Donnerstag, 31. Juli 2014

Mozart: The "Haydn" Quartets (Genuin)

Das Merel Quartett spielt Mozart aus der Perspektive der Klassik. So kommen die „Haydn-Quartette“ KV 387 und 421 daher wie die blassen Geschwister der Streich- quartette Beethovens – wuchtig vorgetragen, pathetisch und leider auch ein bisschen langweilig. Das kann man mögen, aber ich finde das nicht gelungen, bei aller Per- fektion der Aufnahme.  

Kuhlau: Violin Sonatas Vol. 1 (Dacapo)

Friedrich Kuhlau (1786 bis 1832) gehört zu den bedeutenden däni- schen Komponisten des frühen
19. Jahrhunderts. Über seine Bio- graphie wurde hier im Blog bereits berichtet. Erinnert sei an dieser Stelle nur daran, dass Kuhlau eigentlich ein Deutscher war. Er stammte aus Uelzen, und setzte seine Ausbildung dann in Hamburg fort. 1810 floh er nach Kopenha- gen, um der Zwangsrekrutierung durch Napoleons Truppen zu entrinnen. 1813 wurde er däni- scher Staatsbürger – und königlicher Hofmusiker. 

Kuhlau hat das Musikleben des sogenannten des Goldenen Zeitalters Dänemarks nachhaltig mit geprägt. Eigentlich galt er als „Beethoven der Flöte“, doch er hat auch bezaubernde Violinsonaten geschrieben, wie diese CD beweist. Christina Åstrand, Violine, musiziert gemein- sam mit ihrem Mann Per Salo am Klavier. Und man wundert sich, warum diese Werke im Konzertbetrieb eigentlich keine Rolle spielen. Denn sie sind durchaus spannend; stilistisch stehen sie der Klassik wohl näher als der Romantik, auch wenn sie als die ersten dänischen Sonaten im romantischen Stil bewertet werden. Auf die Fortsetzung dieser Einspielung darf man sich freuen. 

Mittwoch, 30. Juli 2014

Grauper: Frohlocke gantzes Rund der Erden (cpo)

Eine weitere CD mit Kantaten von Christoph Graupner (1683 bis 1760), ebenfalls mit dem Bassbari- ton Klaus Mertens und der Acca- demia Daniel unter Shalev Ad-El, ist bei cpo erschienen. Diese Werke sind geschrieben, um die Andacht zu befördern. Der Darmstädter Hofkapellmeister vermied daher überfrachtete Texte ebenso wie oberflächliche Virtuosität in der Musik: Keine barocken Schnörkel, keine zeilenlangen Koloraturen, keine ungewöhnlichen Figuratio- nen. Die Affekte spiegeln sich am ehesten in der Harmonik. Das lässt die Kantaten Graupners verblüffend modern erscheinen. Doch die kunstvolle Schlichtheit stellt hohe Anforderungen an die Interpreten. Und das Programm dieser CD ist lang und anspruchsvoll. Selbst ein erfahrener Sänger wie Mertens kann Ermüdung da nicht völlig ver- meiden. Dennoch ist die CD grundsätzlich gelungen; es ist erfreulich, dass immer mehr Werke Graupners zumindest in Einspielungen verfügbar sind. Wenn sich dann noch ein Verlag fände, der die Noten ediert, dann würde dies der Graupner-Renaissance sicherlich einen enormen Schub geben. 

Dienstag, 29. Juli 2014

Jonas Kaufmann - Opera Arias (Decca)

„It's me“, überschrieb Decca diese Zusammenstellung mit Arien, ge- sungen von Jonas Kaufmann. Der Tenor, der auf faktisch allen großen Opernbühnen dieser Welt zu Hause ist, hatte kürzlich seinen 45. Ge- burtstag – ein guter Anlass, wie das Label fand, für eine Jubiläumsedi- tion. 
Vom Publikum und von der Kritik gleichermaßen gefeiert, erschließt sich der Sänger seit Jahren immer wieder neue Bereiche des Reper- toires. Davon legen die vier CD in dieser Box Zeugnis ab. Eine Neueinspielung freilich ist nicht dabei. 
Gestartet ist Kaufmann als lyrischer Tenor. Sein erstes Arien-Album aus dem Jahre 2008, Romantic Arias mit dem Prager Philharmo- nischen Orchester unter Marco Armiliato, präsentiert ihn als José, Rodolfo, Max oder Alfredo. Glanzpunkte gibt es viele; hervorzuheben ist vielleicht der große Monolog von Berlioz' Faust. Das zweite Album von 2009, aufgenommen mit dem Mahler Chamber Orchestra unter Claudio Abbado, zeigt bereits, wie er sich neue Horizonte erschließt. Auf Sehnsucht steht der Tamino neben dem Florestan, und der Lohengrin neben einem wahrhaft heroischen Siegfried. Die dritte CD aus dem Jahre 2010, mit dem Orchestra dell'Accademia Nazionale di Santa Cecilia Roma unter Antonio Pappano, ist ausschließlich dem italienischen Repertoire gewidmet. Die vierte aus dem Vorjahr gilt Werken von Richard Wagner; mitgewirkt hat hier das Orchester der Deutschen Oper Berlin unter Donald Runnicles. Sie wurde in diesem Blog übrigens bereits besprochen. 
Folgt man den Aufnahmen, so wird man feststellen, dass sich Kauf- mann zunehmend dem Fach des Heldentenors annähert. Natürlich sind solche Abgrenzungen ohnehin nur Hilfsbegriffe, um die Entwick- lung einer Stimme zu beschreiben. Bei Kaufmann ist festzustellen, dass er über eine exzellente Technik verfügt – und seine Partien überaus intelligent auswählt und gestaltet. Wer den charismatischen Sänger als „the sexiest tenor alive“ oder „the hottest tenor on stage“ bezeichnet, der beweist damit nur, dass er besser sehen als hören kann. Denn Kaufmanns Stimme hat erstaunlich viele Facetten. Sie vereint tenoralen Glanz mit baritonaler Kraft und Wärme. 
Der Sänger lässt sich allerdings nicht dazu verleiten, lediglich virtuos aufzutrumpfen. Bei Kaufmann sitzt jede einzelne Phrase perfekt; der Sänger achtet stets auf den Text, die jeweilige Figur, und darauf, was das Orchester spielt. Souverän formt er dann den Ton – und macht jede Partie zu einem Ereignis. 

Montag, 28. Juli 2014

David: 20 Virtuoso Studies / & Caprices for Solo Violin (Naxos)

Kann man Klavier-Etüden von Ignaz Moscheles auch auf der Geige spielen? Ferdinand David (1810 bis 1873) ist dieses Kunststück gelungen. Er hat die Studien für das Pianoforte zur höhern Vollendung bereits ge- bildeter Klavierspieler bestehend aus: 24 characteristischen Tonstücken in den verschiedenen Dur- und Molltonarten op. 70 seines Freundes zu 20 Studien für Violine umgeformt – und die haben es in sich. „Auf den ersten Blick macht das Notenbild im Vergleich zu anderen und mit Effekt- haschereien angefüllten Violin-Etüden des 19. Jahrhunderts keinen allzu komplizierten Eindruck, auch, weil David selten Techniken wie Pizzicato oder Flageolett verwendet“, meint Reto Kuppel. Er hat die Studien nun bei Naxos erstmals eingespielt. „Als ich mich jedoch intensiver mit ihnen beschäftigte, offenbarten sie ihr verstecktes Geheimnis: die violinistische Umsetzung von Klaviertechnik, ein riskantes Experiment.“ Die Liste der technischen Schwierigkeiten, die Kuppel auflistet, ist lang. „Wo der Pianist beide Hände zum Greifen der Töne benutzen kann, muss der Geiger jeden Akkord mit dem Bogen neu anspielen“, meint der Geiger. „Häufig sind Melodie und Begleitung gemeinsam zu greifen. Die Klangfülle des mit Pedal gespielten Klaviers ist auf der Violine schwer imitierbar und führt zu ungewöhnlichem Arpeggio. Bei sehr vielen Stellen ist mehr als ein Finger unhörbar auf die Saiten zu legen. Ungewöhnliche Tonarten zwingen den Geiger häufig, die sonst gemiedene halbe Lage zu benutzen.“ 
Oftmals ist zudem ein rasantes Tempo erforderlich, damit die ange- strebten Effekte hörbar werden. „Es gibt Stücke, in denen die Grenze der motorischen Belastbarkeit auch eines durchtrainierten Violi- nisten mit solcher Leichtigkeit erreicht wird, dass nur äußerst spezialisiertes Üben eine Realisierung des Stücks ermöglicht, also Hochleistungssport, den keiner hören soll“, räumt Kuppel ein. „David scheint uns aus dem vorletzten Jahrhundert verschmitzt anzulächeln und zu sagen: ,Probiert das mal, Ihr werdet Euch wundern!'“ 
Kuppel wagt sich an dieses Werk, und man muss sagen: Das Experi- ment gelingt. Souverän und mit schönem Ton absolviert er kühne Läufe, halsbrecherische Akkordfolgen, Springbogenattacken und Doppelgriff-Querfeldeinritte. Doch anders als die bekannte Virtuosenliteratur sind die Werke Davids – und das gilt auch für die Sechs Capricen op. 9 – keine zirzensischen Schaustücke, sondern durchaus ernstzunehmende Miniaturen mit Charakter. Insofern ist es sehr erfreulich, dass sich Reto Kuppel an diese Aufgabe gewagt hat. Das Ergebnis überzeugt, bravo! 

Freitag, 25. Juli 2014

Graupner: Bass-Kantaten (Pan Classics)

Immer mehr Werke von Christoph Graupner (1683 bis 1760) werden aus dem Archivschlaf erweckt. Das ist erfreulich, denn der Kapell- meister, der am Hofe des Landgra- fen von Hessen-Darmstadt gut fünfzig Jahre lang wirkte, gehört zu den Größen seiner Zunft. Nicht umsonst wollten ihn die Leipziger einst zum Thomaskantor machen. Und nicht umsonst ließ ihn sein Dienstherr damals nicht gehen. Diese CD zeigt einmal mehr, was Landgraf Ernst Ludwig an Graupner hatte. Mehr als 1400 Kantaten weist das Werkverzeichnis des Musikers aus, dazu über 300 Instru- mentalwerke. Eine winzige Auswahl daraus stellt die CD vor – eine Suite und drei Kantaten, die Graupner einst für seinen Vizekapell- meister Gottfried Grünewald geschrieben haben dürfte, der auch ein versierter Bassist war. 
Dass diese Werke in Vergessenheit geraten sind, das liegt nicht zuletzt auch daran, dass keines davon durch den Komponisten veröffentlicht worden ist. Sie waren für die Aufführung „in alß außer der Kirchen“ bei Hofe bestimmt, und nach Graupners Tod ließ sie der Landgraf ins Archiv legen. Der Tatsache, dass er sich gegen die Erben durchgesetzt hat, die die Werke des Komponisten ebenfalls als ihr Eigentum an- sahen, verdanken wir letztendlich ihre Überlieferung. Leider ist nicht damit zu rechnen, dass dieses umfangreiche Konvolut irgendwann in einer Edition vorliegen wird – denn Graupners Kantaten sind trotz ihrer „modernen“ Texte und ihrer vermeintlichen Schlichtheit nichts, was sich einfach so dahinsingen lässt. Diese Werke dürften daher einem kleinen Häuflein Spezialisten vorbehalten bleiben, und wer sie aufführen will, der muss zuvor nach Darmstadt in die hessische Landes- und Hochschulbibliothek pilgern, und nach den Manuskrip- ten mühevoll die Noten für Musiker und Sänger erstellen. 
Diese Mühe hat auch Bassbariton Klaus Mertens auf sich genommen, der eigens nach Darmstadt gefahren ist, um Kantaten für diese Aufnahme auszuwählen. Bei der Transkription der Handschriften haben dann allerdings Uta Wald und Martin Krämer den Sänger unterstützt. Die Arbeit hat sich gelohnt, denn Graupners Musik ist wundervoll, und Mertens ist gemeinsam mit der Accademia Daniel eine geradezu exemplarische Einspielung gelungen. Die 2001 erstmals veröffentlichten Aufnahmen wurden nun durch das Label Pan Classics wieder zugänglich gemacht. 

Dvorák / Schumann: Cello Concertos (Onyx)

Wie kann man mit Schumanns Violoncello-Konzert Aufsehen erregen? Man lässt das Pathos weg, und schaut statt dessen sehr genau in die Noten. Der spanische Cellist Pablo Ferrández erreichte damit eine Interpretation, die sich durch eine ganz erstaunliche Anmut und Leichtigkeit auszeichnet. Gemeinsam mit den Stuttgarter Philharmonikern unter Radoslaw Szulc gelang ihm so eine Aufnahme, die meiner Meinung nach zu den besten gehört, die derzeit erhältlich sind. Auch das Cellokonzert von Dvorák sowie El cant dels ocells, ein katalanisches Weihnachtslied in einem Arrangement von Pablo Casals, das den Gesang der Vögel an der Krippe des Christkinds schildert, spielt Ferrández sehr hörenswert. Beeindruckend!

Donnerstag, 24. Juli 2014

Weber: Der Freischütz (MDG)

Harmoniemusik erfreute sich einst, ganz besonders in Österreich, großer Beliebtheit. Wenn sich Adlige keine komplette Hofkapelle leisten konnten oder wollten – zu einem Bläseroktett reichte es dann doch allemal. Und wie es im Schloss klang, so tönte es bald auch in den Klöstern. 
Gefragt waren dabei nicht nur Originalkompositionen. Die Bläserharmonien spielten gern die aktuellen „Hits“, das waren schon zu Mozarts Zeiten geschickte Arrangements von Orchesterstücken, vor allem aber auch beliebte Opernmelodien. Einer der bekanntesten Arrangeure solcher Werke war der Klarinettist Wenzel Sedlak (1776 bis 1851). Der Wiener Kapellmeister bearbeitete, sozusagen nebenbei, gut 25 Jahre lang Partituren von Opern und Balletten für die Harmoniemusik. 
Etliche seiner Werke dürften für den Kaiserhof bestimmt gewesen sein. Doch auch bei den Augustinern in Altbrünn finden sich in der Klosterbibliothek mehr als 50 seiner Arrangements. Eines davon hat das legendäre Consortium Classicum um den Klarinettisten Dieter Klöcker 1986 bei Dabringhaus und Grimm eingespielt. 
Der Freischütz von Carl Maria von Weber in der Version von Wenzel Sedlak, für Harmoniemusik plus Kontrabass – das ist gleich aus mehreren Gründen ein spannendes Unterfangen. So ist es interessant, nachzuvollziehen, welche Ausschnitte aus der Oper der Arrangeur bearbeitenswert oder aber arrangierbar fand. Zum anderen aber ist es bemerkenswert, welchen Instrumenten er welche Gesangslinie zugewiesen hat – und wie er generell mit den acht Bläsern versucht, Webers Orchesterklang kreativ zu bewältigen. Unmöglich? Wer diese CD anhört, der wird staunen. Und er wird sich an den cleveren Lösungen erfreuen, die Sedlak stets mit sicherer Hand gefunden hat. Was für ein Witz! Erfreulich ist aber auch die feinsinnige Interpreta- tion durch die neun Musiker, jeder einzelne ein Meister – dem Consortium Classicum zu lauschen, das ist immer wieder ein Vergnügen. Die Klangqualität der Aufnahmen dieses Labels zu loben, das hieße wohl Eulen nach Athen tragen. Wer Opern eigentlich mag, aber sich oft über die Sänger ärgert, der sollte sich diese Aufnahme unbedingt anhören. 

El Maestro Farinelli (Deutsche Grammophon)

Carlo Broschi (1705 bis 1782), besser bekannt unter seinem Künstlernamen Farinelli, gehörte zu den großen Stars unter den Kastraten. Der Sänger war ein Schüler von Nicola Porpora. Er wurde in Italien ebenso gefeiert wie in Wien oder in London. 1737 reiste Farinelli nach Spanien. Dort sang er dann ausschließlich für den schwermütigen König Philipp V. Nach dem Tode des Monarchen 1746 machte ihn sein Nachfolger Ferdinand VI. zum künstlerischen Direktor der Theater an den Palästen in Madrid und in Aranjuez. Farinelli brachte das Musikleben bei Hofe in Schwung und auf den aktuellen Stand. 
Für diese CD hat Pablo Heras-Casado mit Unterstützung durch den französischen Musikwissenschaftler Olivier Fourés aus den wenigen noch erhaltenen Handschriften ein Programm zusammengestellt, das zeigt, was das bedeutete: Natürlich erklangen bei Hofe die Werke Porporas, doch auch Johann Adolf Hasse oder Niccoló Jommelli waren in den Programmen präsent. Hierzulande wenig bekannt ist José de Nebra (1702 bis 1768), ein Komponist, der viele Zarzuelas schrieb – die spanische Version der Oper. Auf der CD mit Werken vertreten sind zudem Nicola Conforto (1718 bis 1793), Francesco Corradini (um 1690 bis 1769), Tommaso Traetta (1727 bis 1779) und Juan Marcolini, ein Komponist, von dem man nicht viel mehr als den Namen weiß. Das Programm enthält zudem eine Kuriosität: Die Sinfonia Fandango Wq 178 von Carl Philipp Emanuel Bach beweist, dass spanische Musik um 1750 sogar in Preußen en vogue war. 
Und natürlich dürfen bei all den Orchesterwerken dann die Gesangs- stücke doch nicht ganz fehlen. Countertenor Bejun Mehta singt ein Duett aus einer Zarzuela von José de Nebra – wobei er beide Partien übernimmt – sowie eine jener Arien, die Farinelli einstmals all- abendlich für den depressiven Herrscher vorgetragen haben soll. Das Ensemble Concerto Köln musiziert unter Pablo Heras-Casado in bewährter Qualität. 

Dienstag, 22. Juli 2014

Rolla: 3 Violin Concertos (Dynamic)

Was für eine Entdeckung! Warum eigentlich hat die Violinkonzerte von Alessandro Rolla (1757 bis 1841) bislang noch niemand ein- gespielt? Er war nicht nur ein bedeutender Geiger, sondern auch einer der gefragtesten Musikpäda- gogen seiner Generation. Zu seinen Schülern soll unter anderem Paga- nini gehört haben. 
Rolla komponierte zudem eine Vielzahl von Werken, angeblich über 600 Stück. Das meiste davon ist dem Vergessen anheim gefallen. Das gilt auch für die Violinkonzerte des Geigers, der zuletzt als Pro- fessor am Konservatorium und als Konzertmeister am Teatro alla Scala in Mailand wirkte. Es sind bezaubernde Werke, eher melodisch als betont virtuos, mitunter von beinahe Haydnschem Witz, und wundervoll ausgewogen zwischen dem Part des Solisten und dem Orchester. Gelegentlich freilich meint man auch den Geigenlehrer zu vernehmen, wie er mit seinen Schülern Tonleitern übt. Paolo Ghidoni präsentiert die drei Violinkonzerte Rollas mit schlankem, strahlen- dem Ton, gemeinsam mit dem Orchestra da Camera del Conservato- rio di Musica di Mantova. 

Mozart: Piano Concertos 21 & 27 (Cavi-Music)

Lars Vogt spielt Mozart. Die Aufnahme erscheint zunächst unspektakulär – keine unerhörten Ausbrüche, keine historisierenden Klänge, und auch die Kadenzen im C-Dur-Konzert KV 467 wirken eher ironisch als bemüht originell oder virtuos. Diesem Werk aus Mozarts frühen Wiener Tagen stellt Vogt das letzte Klavierkonzert des Komponisten zur Seite, KV 595. Man lauscht, und stellt beein- druckt fest, dass Vogt kein Freund vordergründiger Effekte ist. Er gestaltet sorgsam austariert, in schönstem Zwiegespräch mit dem hr-Sinfonieorchester unter Paavo Järvi. Dieses aufmerksame, feinfühlige Miteinander-Musizieren ist eine große Stärke dieser Aufnahme. So sensibel habe ich Mozart selten gehört, bravi! 

Sonntag, 20. Juli 2014

Orgel-Improvisationen mit Wolfgang Seifen (Ambitus)

Die Orgelimprovisation ist eine große Kunst, und Wolfgang Seifen gehört in diesem Metier ohne Zweifel zu den ausgewiesenen Experten. Die vorliegende CD enthält den Mitschnitt eines Konzertes, dass der Berliner Or- ganist im Dom St. Nikolai Greifs- wald zum Abschluss eines Impro- visationskurses gegeben hat. 
Dabei verweist Seifen auf drei be- deutende Epochen der Orgelmusik - die deutsche Orgelromantik, den Barock und die französische Orgelsinfonik. Zugleich stellt er den Zuhörern die klanglichen Möglichkeiten der Buchholz-Jehmlich-Orgel vor. Auch die Aufzeichnung eines solchen Konzertes ist aber eine Kunst – und in Sachen Aufnahmequalität bleiben leider in erhebli- chem Umfang Wünsche offen. Schade. 

Freitag, 18. Juli 2014

Vivaldi: Concerti pour Piccolo (Saphir Productions)

Antonio Vivaldi hat eine ganze Reihe von Flötenkonzerten kom- poniert, und in seinem Werkver- zeichnis stehen auch drei bislang wohl unveröffentlichte concerti, den Angaben auf dieser CD zufolge per ottavino, deren Manuskripte sich in Turin befinden. Eine Aus- wahl davon enthält die vorliegende CD; allerdings gibt es kein Beiheft, und die Anmerkungen sind so spärlich, dass nicht einmal er- kennbar wird, wer bei den Konzer- ten für zwei Piccoloflöten bzw. für Flöte und Piccolo nun den zweiten Solopart spielt. 
Bei den ersten vier Konzerten sind Jean-Louis Beaumadier und das Orchestre national de France unter Leitung des berühmten Jean-Pierre Rampal zu hören. Bei den abschließenden zwei Doppelkon- zerten musizieren Philippe Pierlot und das Ensemble Instrumental La Follia. Es ist eine hübsche Zusammenstellung, die man gut anhören kann – allerdings dürfte Vivaldi seinerzeit eher an ein flautino, das kleinste Mitglied der Blockflötenfamilie, gedacht haben als an die Piccolo-Querflöte. Klanglich macht das schon Unterschiede.  

Theobald Boehm - The Revolution of the Flute (MDG)

Monsieur Boehm (de Munich) a obtenu une grande médaille pour l'application d'un nouveau systè- me de perce aux instruments à vent à trous“, schrieb einst Hector Berlioz, der bei der ersten Weltaus- stellung 1851 in London Mitglied der Jury war. „M. Boehm fait la plupart de ses flûtes en argent. Le son des ces instruments est doux, cristallin, mais moins plein et moins fort que celui des flûtes en bois. Ce noveaux système a pour avantage de donner aux instru- ments à vent à trous une permettre aux exécutants de jouer sans difficulté, dans des tonalités presque impracticables sur les instru- ments anciens. (..) Nous ne doutons pas qu'avant peu le système de Boehm ne triomphe, et il faut féliciter les jurys de l'Exposition univer- selle de'l avoir compris.“ 
Der Franzose sollte recht behalten. Die Veränderungen, die Theobald Boehm (1794 bis 1881) vorgenommen hat, eröffneten der Flöte gänzlich neue Wege. Bei der Konstruktion der zylindrischen Flöte nahm Boehm akustische Untersuchungen vor – und führte somit zum ersten Male überhaupt den Holzblasinstrumentenbau auf physikali- sche Grundlagen zurück. Weil es sich besser messen ließ, nutzte er dafür Metallröhren – und stellte zugleich fest, dass Silber sich ideal als Material für den Flötenbau eignet. Boehm hatte viele Talente. Der Münchner war nicht nur Musiker, er komponierte auch, und die von ihm angefertigten Querflöten zeigen, dass er wohl als Goldschmied ebenfalls nicht unerfahren war. 
Um zu zeigen, in welchen Schritten Boehm einst die Traversflöte überarbeitete, spielt Konrad Hünteler auf dieser CD verschiedene Exemplare, durchweg Originale aus Boehms Werkstatt. Die CD beginnt mit der „klassischen“ konischen Flöte in alter Konstruktion, angefer- tigt von Boehm und Greve um 1840, und stellt dann ein ähnliches Instrument vor, das aber bereits mit Ringklappen ausgestattet ist. Es erklingen zudem die zylindrische Silberflöte, die Boehm 1851 zur Weltausstellung vorgestellt hat, eine Altflöte, entstanden um 1860, sowie eine zylindrische Holzflöte von Boehm & Mendler um 1870. 
Vorgestellt werden die Instrumente anhand von Kompositionen und Arrangements von Theobald Boehm – der auch in diesem Bereich durchaus sehr versiert war. Begleitet wird Hünteler dabei durch Michaela Pühn auf einem Fortepiano von Conrad Graf, einem klang- lich gut passenden Instrument um 1835. „Dass seine Musik und seine Flöten (..) zu jeder Zeit und in jedem Stadium von enormem Klang- sinn, tiefem musikalischen Ausdruck, unbändiger Spielfreude und zirzensischer Lust an der Virtuosität geprägt sind, das will diese Einspielung zum ersten Mal erlebbar machen“, schreibt Hünteler in dem sehr informativen Beiheft. Die Klangbeispiele sind faszinierend – und das nicht nur, weil sie überragend gespielt werden. Es ist ganz erstaunlich, wie sehr sich die Flöten im Klang unterscheiden. Hün- teler macht exemplarisch hörbar, welche enormen Auswirkungen im Musikinstrumentenbau scheinbar kleine Details haben können. 

La voce del violoncello (Passacaille)

„It is in the 1665 publication of instrumental music by Bolognese organist Giulio Cesare Arresti that we first find the term violoncello“, berichtet Elinor Frey im Beiheft zu dieser CD. Wie dieses Instrument konkret ausgesehen hat, darüber freilich streiten sich die Gelehrten. Die Musiker aber scheinen von dem Bassinstrument aus der Violinen-Familie, dass dank der metallumsponnenen Saiten ziem- lich handlich geworden war, recht angetan gewesen zu sein. Sie schrieben dafür immer kühnere Soli – und bald auch Stücke für Violoncello allein. Nicht einmal hundert Jahre später hatte sich das neue Instrument in ganz Europa durch- gesetzt. 
Diese Zeitspanne hat Frey erkundet, und dabei etliche interessante und klangschöne Werke entdeckt. Auf dem Barockcello präsentiert die Cellistin unter anderem Werke von Giovanni Battista Vitali (1632 bis 1729), Giuseppe Colombi (1635 bis 1694), Domenico Galli (1649 bis 1697), Francesco Paolo Supriani (1678 bis 1753), Domenico Gabrielli (1651 bis 1690), Giulio Ruvo (Lebensdaten unbekannt) und Giuseppe Maria Dall'Abaco (1710 bis 1805). Begleitet wird sie bei einigen Stücken von Esteban La Rotta, Theorbe und Barockgitarre, und Susie Napper, ebenfalls Barockcello. Ein abwechslungsreiches Programm, mit vielen Raritäten. 

Mittwoch, 9. Juli 2014

Bach: Solokantaten für Bass (Oehms Classics)

„Bach die Ehre zu geben, ist mein vorrangiges Ziel“, schreibt Diri- gent Christoph Spering im Beiheft zu dieser CD. „So richte ich meine Arbeit an diesen Kantaten darauf aus, möglichst intensiv den kom- positorischen und interpretato- rischen Absichten Bachs nachzu- spüren.“ Das reicht ganz allgemein von der Besetzung bis zum klein- sten Detail im Zusammenwirken von Sängern und Musikern. 
Das Ergebnis verblüfft: Die CD erweist sich als eine der wenigen wirklich rundum überzeugenden Aufnahmen von Bach-Kantaten. Wenn Labelchef Dieter Oehms dazu erklärt hat, die Kantate Ich will den Kreuzstab gerne tragen habe er in seinem ganzen Leben noch nie so eindringlich gehört, wie in der Interpretation von Thomas E. Bauer, dann kann ich dies nur bestäti- gen. Der Bariton verzichtet vollkommen auf Pathos, und singt über einem jeweils durchlaufenden Grundtempo wundervolle Barock-Arien und intelligent gestaltete Rezitative. Spering führt Das Neue Orchester und den Chorus Musicus Köln wohlüberlegt und sehr ausgewogen, präzise und natürlich historisch informiert. So steht Bachs Musik im Vordergrund, und sie beginnt, überaus eindrucksvoll zu sprechen. Das ist große Kunst – vielen Dank für diese Sternstunde!

Montag, 7. Juli 2014

Te Deum laudamus (cpo)

Eine Überraschung ganz besonde- rer Art hielt der Freiberger Dom bereit: Als man daran ging, die Engel zu restaurieren, die in der Grablege der einstmals evange- lischen Wettiner hoch über den Köpfen Instrumente in den Händen hielten, um himmlische Musik anzustimmen, stellte sich heraus, dass es sich dabei zumeist um echte Instrumente handelte. Die Freude der Experte war riesen- groß, denn die Geigen, Zinken, Harfen, Cistern, Lauten und Schal- meien stammten aus einer Zeit, aus der nur sehr wenig derartige Sachzeugen überliefert sind. Und sie waren so gut erhalten, dass Instrumentenbauer sie kopieren konnten. Selbst die hölzernen Posaunen waren so detailgetreu angefertigt worden, dass ein Nachbau möglich war. Auf dieser CD ist nun anzuhören, wie die Engelskapelle geklungen haben könnte. 
Die Werke dazu wurden der Sammlung der einstigen Freiberger Lateinschule entnommen. 1515 gegründet, zählt sie zu den ältesten städtischen Bildungseinrichtungen Sachsens. „Musik aus der Freiber- ger Gymnasialbibliothek aufführen zu wollen, heißt weniger, Lokalkolorit herauszuarbeiten und unbekannte, vergessene Meister der Öffentlichkeit vorzuführen. Vielmehr ist erstaunlich, wie welt- gewandt die Freiberger Musik im 15. und 16. Jahrhundert war“, meint Domkantor Albrecht Koch. „Führend dabei natürlich die Dommusik, die in enger Verbindung zur damaligen Lateinschule stand. Im Zentrum des Konzertes steht so das Te Deum von Rogier Michael, einem der wichtigen sächsischen Hofkapellmeister vor Heinrich Schütz. Das Programm erfährt seine Ergänzung aus den Werken vieler Meister, die in Freiberg gesammelt und aufbewahrt werden, unter ihnen Atanasius Kirchner, Leonard Lechner oder Orlando di Lasso. Es liegt auf der Hand, diese Musik mit dem groß- artigen Freiberger Renaissance-Instrumentarium zu verbinden und am ursprünglichen Ort zum Klingen zu bringen.“
Und so musizieren auf dieser CD gemeinsam die Ensembles „chordae freybergensis“ um Professorin Susanne Scholz, gegründet 2005, um Spieltechnik und Klang der Engelsgeigen zu erkunden, und die Sängerinnnen und Sänger der Freiberger Dom-Musik. Die Leitung hat Domkantor Koch, er spielt auch das Orgelpositiv. Bei aller Faszination ist leider eine gewisse Blutleere der Interpretationen zu bemängeln. Alles klingt irgendwie gleich; und das liegt nicht zuletzt auch daran, dass die Singenden zwar sehr sauber, aber wenig durchhörbar musizieren. Es fehlt Struktur, und man vermisst Abwechslung und auch verschiedene Klangfarben. Schade! 

Bach: Sonatas for viola da gamba and harpsichord (Passacialle)

Ob die Werke Johann Sebastian Bachs auf einem Fortepiano oder auf einem Cembalo zu spielen sind, das ist eine Frage, die von Exper- ten gern und mit Ausdauer diskutiert wird. Fakt ist: Bach kannte das Fortepiano, den Urahn des modernen Konzertflügels. So hat er 1747 vor König Friedrich von Preußen auf einem solchen Instrument improvisiert. Mögli- cherweise besaß er sogar selbst ein „Silbermännisches Piano et Forte“; experimentierfreudig jedenfalls war der Musiker ohne jeden Zweifel. 
Experimentierfreude zeichnet auch die Aufnahme der drei Sonaten für Viola da gamba und obligates Cembalo BWV 1027 bis 1029 aus, die Vittorio und Lorenzo Ghielmi bei dem Label Passacaille einge- spielt haben. Ergänzt wird das Programm durch die Präludien und Fugen BWV 871, 884 und 847. Die Musiker nehmen sich die Freiheit und nutzen beide Instrumente; so kann der Hörer entscheiden, ob ihm der Klang einer Kopie des Silbermann-Fortepianos oder eines Cembalos nach einem Original von Christian Vater aus dem Jahre 1738 besser gefällt. „Die Bezeichnung Cembalo schließt, wie wir schon erklärt haben, den Einsatz des Fortepianos nicht aus“, be- gründen die Gebrüder Ghielmi, „vielmehr erweist er sich hier als besonders eindrucksvoll, weil er ein perfektes Gleichgewicht zwischen den drei Stimmen – der rechten und der linken Hand des Klavierspielers und der Viola da gamba – ermöglicht, außerdem noch eine Präzision in Phrasierung und Kontrapunkt, die dem Cem- balo nicht gegeben ist.“  

Sonntag, 6. Juli 2014

Bach: Werke für Cembalo; Pischner (Berlin Classics)

Die Nachwelt flicht dem Mimen keine Kränze, sagt das Sprichwort. Das Wirken von Musikern aber lässt sich glücklicherweise oftmals mit Tondokumenten belegen. Und so hat Berlin Classics Hans Pischner Anfang des Jahres zum 100. (!) Geburtstag ein ganz besonderes Geschenk auf den Gabentisch gelegt: Eine Edition nahezu aller Werke, die Johann Sebastian Bach jemals für Cembalo geschrieben hat, gespielt durch den Jubilar, auf zehn CD. 
Hans Pischner ist der Sohn eines Breslauer Klavierbauers. Er studierte in seiner Vaterstadt bei nam- haften Lehrern, doch seine Laufbahn wurde dann durch Kriegsdienst und Gefangenschaft unterbrochen. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde er Dozent, Professor und stellvertretender Direktor der Weimarer Musikhochschule. In den fünfziger Jahren widmete er sich der Kulturpolitik, und stieg auf bis zum stellvertretenden Kultur- minister der DDR. Dabei hat er offenbar viel Gutes bewirkt. So verhalf er dem Dirigenten Kurt Sanderling, der 1936 vor den Nazis in die UdSSR geflüchtet war, zur Rückkehr. 
1963 wurde Pischner Intendant der Berliner Staatsoper Unter den Linden. In einer schwierigen Zeit gelang es ihm, ein Ensemble an sein Haus zu binden, das zu Recht bald weltweit gerühmt wurde. Pischner holte den Österreicher Otmar Suitner als Generalmusikdirektor an sein Haus; nur wer weiß, mit welcher Wucht in der DDR Auseinan- dersetzungen wie die sogenannte Formalismusdebatte geführt wurden, kann ermessen, welches Risiko es bedeutete, wenn Pischner seinen GMD das erste Konzert ausgerechnet mit Schönberg starten ließ. Was für eine Persönlichkeit, was für ein Lebenswerk – und was für ein Jubiläum! Das Cembalo aber und insbesondere Bach waren eine Konstante in Pischners bewegtem Leben. 
Da ist die CD-Box eine Geburtstagsgabe, die auch das Publikum be- geistert. Denn die Aufnahmen, eingespielt durch den Jubilar in den 60er Jahren, waren überwiegend lang vergriffen. Es ist sehr erfreu- lich, dass sie nunmehr wieder zugänglich sind. Denn Pischner hat Bachs Notentext mit großer Sorgfalt studiert und seine Werke ebenso sorgsam interpretiert. So kann man hier etliche Stunden lang einem der besten Cembalisten Ostdeutschlands lauschen und sich an vielen kleinen Details erfreuen. Die berühmteste seiner Aufnahmen für Eterna, die Sonaten für Violine und Cembalo mit David Oistrach, konnten in diese Edition leider nicht aufgenommen werden – dafür erklingt aber die Sonate BWV 1037 mit David und Igor Oistrach.

Mozart: 6 string quartets dedicated to Josef Haydn (Magdalen)

Das Budapester Streichquartett wurde 1917 durch Musiker ge-gründet, die durch die Schließung der Opernhäuser im Ersten Welt- krieg in ihrer Existenz getroffen wurden. Aus Berlin, wo sie in den 20er Jahren musiziert hatten, waren die Vier dann über Frank- reich nach New York emigriert. In den USA bestand das Streichquar- tett bis 1967; es stand bei der Columbia Recording Company unter Vertrag und war mit mehr als zwei Millionen verkauften Platten sehr erfolgreich. Man kann sich heute kaum noch vorstellen, dass damals mehrere tausend Zuhörer zu einem Konzert gegangen sind, um vier Streicher spielen zu hören. 
Auf dieser Doppel-CD ist das berühmte Ensemble mit sechs Streich- quartetten zu hören, die Wolfgang Amadeus Mozart einst seinem Freund und Vorbild Joseph Haydn gewidmet hat. Die ursprünglichen Mitglieder – drei Ungarn und ein Niederländer – waren 1953, als die vorliegende Aufnahme entstanden ist, bereits ausgeschieden. „Ein Russe ist ein Anarchist, zwei Russen sind ein Schachspiel, drei Rus- sen starten eine Revolution und vier Russen bilden das Budapester Streichquartett“, witzelte Jascha Heifetz über die neue Besetzung. Für unsere Ohren heute freilich klingt dieses Dokument nicht unbedingt revolutionär; Mozart würde man heute anders spielen. Insbesondere die Überdosis an Pathos stört, und man wünscht sich mehr Witz und mehr Leichtigkeit.