Freitag, 11. Januar 2013

Tessarini: Complete twelve violin Concertos Opus 1 (Indesens)

Über den Lebensweg von Carlo Tessarini (um 1690 bis nach 1766) ist nicht sehr viel bekannt. Der Musiker stammte aus Rimini. Wo er seine Ausbildung erhielt, lässt sich nicht sicher feststellen - doch 1720 wird er erstmals als Violinist an St. Markus in Venedig erwähnt. 1723 finden wir den Musiker als maestro dei concertos am Ospeda- le dei Poveri Derelitti, einem der vier Waisenhäuser der Republik. Er war damit ein Kollege Vivaldis, der die gleiche Position am Ospedale della Pietà inne hatte. Und noch etwas hatte er mit Vivaldi gemein- sam: Johann Georg Pisendel, Konzertmeister der Dresdner Hofka- pelle, hat auf seiner Italien-Reise 1716/17 Werke von beiden Kompo- nisten kopiert. 
1731 erhielt Tessarini eine Stelle in der cappella der Kathedrale von Urbino, die er gut 30 Jahre lang behielt. Nebenbei freilich ging er auf ausgedehnte Konzertreisen. So musizierte er in Brünn am Hofe des Kardinals Schrattenbach, in London, Frankfurt am Main und in Rom, wo 1741 auch seine Violinschule Grammatica di musica erschien. Die Spur des Musikers verliert sich in den Niederlanden. Es wird vermu- tet, dass er dort 1767 gestorben ist - doch belegt ist das nicht. 
Auf diesen beiden CD sind seine Zwölf Violinkonzerte op. 1 versam- melt. Sie folgen dem Muster, das Vivaldi und Albinoni entwickelt haben, erreichen aber nicht durchweg das Format der Vorbilder. Marco Pedrona hat mit dem Ensemble Guidantus die erste moderne Gesamtaufnahme eingespielt. Wenn ich die Bilder im Beiheft richtig deute, dann heißt dies, dass die Streicher moderne Instrumente benutzen - und die heute üblichen Spieltechniken, was für den Klang dieser Werke aber nicht unbedingt ein Gewinn ist. Im Continuo hingegen kommen eine Erzlaute und ein Cembalo zum Einsatz. Das wiederum passt nicht ohne weiteres zum modernen Violoncello. Konsequent ist das nicht. Und so kommt auch die ganze Aufnahme nicht auf den Punkt. Man vermisst zudem Spannung und Spielfreude. Schade. 

Kommentare:

Marco hat gesagt…

also my famous teacher G. Carmignola plays a Stradivarius to 440 hertz and no one has ever written a critique about it ......................
M.P.

reagenz hat gesagt…

Marco,
many thanks for your comments. I think, that baroque music is not a question of Hz or historical instruments or historical correctness. It is, in my opinion, a question of spirit. And it is better to know the convention for getting the freedom to ignore it. It is very boring to listen baroque music someone played the same way as, for example, Spohr or Brahms. Take the risk and play with ease, let the phrases swing and try the adventure of some improvisation - and then listen again and tell me, what you feel. Best regards, and all the best to you!

Marco hat gesagt…

I like what you say (even if you have criticized what I did) I can send you two new CD to know what you think?
Best regards, Marco