Freitag, 22. September 2017

Schubert - Busoni: Complete Transcriptions for Piano Solo (Dynamic)

Feruccio Busoni (1866 bis 1924) ist nicht nur als Pianist und Komponist eine Legende. Auch als Musik- pädagoge hat er vielfältige Spuren hinterlassen. So unterrichtete er in seinen letzten Lebensjahren eine Meisterklasse im Fach Komposition an der Berliner Akademie der Künste. 
Auf dieser CD erkundet der italienische Pianist Marco Vincenzi eine interessante Facette im Werk seines berühmten Kollegen: Busoni hat, für Breitkopf & Härtel, Klaviertranskriptionen von fast allen Ouvertüren Franz Schuberts angefertigt. Dabei hat er sich an der originalen musikalischen Substanz zwar orientiert, aber letzten Endes doch oftmals ziemlich freie Bearbeitungen erstellt, die die Möglichkeiten des Klaviers genial ausnutzen. Ergänzt wird das Programm durch einige kleine Tänze, sehr hübsch und mitunter auch sehr virtuos durch Busoni arrangiert. 
Hört man diese Transkriptionen, so will man kaum glauben, dass Busoni mit Schubert eigentlich nicht viel anfangen konnte – im Konzert hat er dessen Musik jedenfalls selten gespielt, und wenn, dann fast immer in Bearbeitungen von Franz Liszt. 
Marco Vincenzi hat diese Einspielung mit großem Aufwand vorbereitet; das hat sich gelohnt, denn die CD ist wirklich interessant. Und auch klanglich bietet die Aufnahme, bei der übrigens nicht der Standard-Steinway, sondern ein Konzertflügel aus dem Hause Steingraeber & Söhne zu hören ist, reichlich Abwechslung. Meine Empfehlung! 

Caldara: Trio Sonatas (Glossa)

Eine neue Aufnahme mit Triosona- ten von Antonio Caldara (um 1670 bis 1736) haben Amandine Beyer und Leila Schayegh zusammen eingespielt. An dieser Produktion der Schola Cantorum Basilienses, der weltweit einzigartigen Hochschule für Alte Musik, wirken zudem mit Jonathan Pešek, Violoncello, Jörg-Andreas Bötticher, Cembalo und Orgel, sowie Matthias Spaeter, der eine italienische Barocklaute spielt. 
Die Triosonaten von Caldara sind deshalb so interessant, weil der Komponist eigentlich mit seinen Opern und Oratorien berühmt wurde. Die Instrumentalstücke erschienen 1693 bzw. 1699 als Opus 1 und 2 im Druck. Caldara, der sich auf dem Titelblatt seines Erstlings als „Musico di Violoncello Veneto“ vorstellt, setzt sich darin zwar mit dem Vorbild Corelli auseinander – aber er findet sehr rasch ganz eigene musikalische Wege, die sich vom typischen „Corelli-Sound“ doch deutlich unterscheiden. 
Die Karriere des jungen Musikers haben die beiden Drucke offenbar befördert: 1699 ging er an den Hof der Gonzaga nach Mantua, ab 1707 wirkte er in Rom, und 1717 wurde er Vizekapellmeister am Wiener Hof. In Wien blieb der Musiker bis zu seinem Tod; er war dort anerkannt und wurde sehr geehrt. 
Auf dieser CD präsentieren Amandine Beyer und Leila Schayegh gemein- sam mit ihren Musikerkollegen eine Auswahl seiner Triosonaten, stilsicher vorgetragen und auch heute noch durchaus hörenswert.