Dienstag, 23. August 2016

In Residence (Genuin)

Was für ein Sound! Inspiriert durch seine Arbeit in Venezuela mit dem Venezuelan Brass Ensemble, grün- dete Thomas Clamor, nach langen Jahren als Trompeter bei den Berliner Philharmonikern heute ein interna- tional gefragter Dirigent und Leiter der Sächsischen Bläserphilharmonie sowie künstlerischer Leiter der Deutschen Bläserakademie, im Jahre 2010 gemeinsam mit Karl Schagerl ein ganz besonderes Orchester, über Nationen und Grenzen hinweg: Das European Brass Ensemble. Mehr als 150 Musiker aus 24 verschiedenen Nationen haben sich bereits an der Arbeit in dem Elite-Ensemble beteiligt, das im Stift Melk seine Heimstätte gefunden hat. Das Stift, das zum Unesco-Welterbe gehört, und die dortigen Benediktiner haben quasi die Schirmherrschaft für das Orchester übernommen. Seine Arbeit wird zudem durch das Land Niederösterreich finanziell unterstützt. 
Einen besseren Botschafter als das European Brass Ensemble kann man sich kaum vorstellen. Schon beim ersten Stück, der genialen Stift Melk Fanfare, komponiert für diese Bläserformation von dem Jazzmusiker James Morrison, der darin auch selbst die Piccolo-Trompete spielt, kommt man aus dem Staunen nicht heraus. Denn nicht nur Morrison, sondern das gesamte Ensemble spielt sensationell. Das Label Genuin schwärmt von einer „Phalanx aus Edelmetall“ – und mir fehlen die Superlative, um dieses Musikerlebnis angemessen zu beschreiben. Phänomenal! Unbedingt anhören! 

Herzens-Lieder - Miriam Feuersinger (Christophorus)

Nach den Himmels-Liedern, die das Capricornus Consort Basel mit dem Countertenor Franz Vitzthum ein- gespielt hat, erklingen auf dieser CD nun Herzens-Lieder, gesungen von Miriam Feuersinger. Für ihre erste Solo-CD, mit Solokantaten von Christoph Graupner, hatte die Sopra- nistin 2014 den ECHO-Klassik sowie den Vierteljahrespreis der deutschen Schallplattenkritik erhalten. 
Nun legt sie erneut eine Auswahl barocker Kirchenmusiken vor: Zu hören sind die Kantaten Mein Herz schwimmt in Blut des Darmstädter Hofkapellmeisters Christoph Graupner (1683 bis 1760), Weicht, ihr Sorgen, aus dem Herzen von Thomaskantor Johann Kuhnau (1660 bis 1722) und Mein Herze schwimmt im Blut von dessen Amtsnachfolger Johann Sebastian Bach (1685 bis 1750). Ergänzt wird das anspruchsvolle Programm durch das Quartett in G-Dur TWV 43:G5 von Georg Philipp Telemann (1681 bis 1767). Aufs Schönste begleitet von den neun „Alte“-Musik-Spezialisten des Capricornus Consort Basel, bezaubert Miriam Feuersinger einmal mehr mit ihrem kristallklaren Sopran. Insbesondere die ruhigen Tempi liegen der Sängerin, die durch tiefes Werkverständnis und Ausdruck sehr beeindruckt.